In meinem Blog finden sich meine Gedanken zu Team- und Lernkultur, Kommunikation und auch ganz persönliche Impulse. Viel Freude beim Lesen und danke für deinen wertvollen Kommentar dazu.

10.02.2023

Ich sage den Selbstzweifeln tschüssikowski - also ich versuche es.

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Selbstzweifel - wenn wir sie positiv betrachten, dann gibt es sie, damit wir uns anstrengen und uns weiterentwickeln. Allerdings neigen vielen Menschen in meinem Umfeld und auch ich selbst dazu, ständig alles in Frage zu stellen und sich selbst mit schrecklichen Gedanken zu quälen. Impostor lässt grüßen.


Impostor-Syndrom: Das Gefühl, im Job aufzufliegen

“Was mache ich hier eigentlich? Kann ich das? Irgendwann wird denen doch auffallen, dass sie mich maßlos überschätzt haben…” Fast alle Menschen kennen diese Gedanken, fast alle stellen die eigenen Fähigkeiten im Laufe ihrer Karriere einmal infrage. Manifestiert sich jedoch das Gefühl von “Irgendwann fliege ich auf”, sprechen wir vom Hochstapler- oder (international) Impostor-Syndrom. [1]

Heute ist Blognacht von und mit Anna Koschinski. Meine erste und Annas 27.

Annas Impuls, worüber wir heute alle schreiben wollen oder eben auch nicht (Alles kann, nichts muss.):
“Bin ich etwa nicht richtig? Vom Zweifel in die Stärke”

Was soll ich sagen – das wird ein sehr persönlicher Beitrag:
Ich erlebe gerade jetzt in der Anfangszeit meiner hauptberuflichen Selbständigkeit sehr tiefe Tiefs und sehr starke Zweifel. Und manchmal frage ich mich, was zum Teufel ich mir dabei gedacht habe, diese Sicherheit im (ungeliebten) Job aufzugeben für Unsicherheit und Druck, die Angst, dass mich doch eh keiner braucht, dass ich verarme, verhungern muss, auf der Straße lande.

STOPP!

Sind das denn wirklich realistische Gedanken? Nun ja, glücklicherweise nicht. Aber lähmend sind sie trotzdem. Und dann sitze ich da mit einem weiteren Hörsturz und hab ein schlechtes Gefühl, wenn ich mal Pause mache, weil ich mich doch noch mehr anstrengen muss, damit ich erfolgreich bin. Ungesund ist das. Und irgendwie gar nicht hilfreich für mein Vorhaben, mehr Freude bei der Arbeit zu haben, jetzt, da ich nicht mehr im „Angestelltenkorsett“ feststecke. Nun stecke ich mich quasi selbst in ein ganz eigenes Gefängnis aus destruktiven Gedanken und Gefühlen und frage mich, ob mein Ex-Mann vor 15 Jahren nicht doch recht hatte, als er meinte, dass ich zu naiv wäre, um selbständig erfolgreich zu sein. Und dann höre ich meine Eltern, die wirklich nicht für ihre mutmachenden Äußerungen bekannt sind: „Auf dich warten die gerade.“

Du denkst, du bist nicht gut genug?

Wenn du glaubst, dass du nicht gut genug bist, dann traust du dir einfach nichts zu, trittst auf der Stelle, suchst vielleicht sogar die Schuld bei anderen (den Eltern vielleicht?) und änderst rein gar nichts. Ich habe mich immer wieder auf Verwaltungsstellen beworben, weil ich dachte, das kenn ich, das kann ich, meine ganzen Träume und Visionen (ich wollte eigentlich Schauspielerin werden oder noch besser Musicaldarstellerin) sind alle völliger Quark und ich fühl mich zwar eingezwängt als Angestellte im Öffentlichen Dienst, aber da muss ich mich eben anpassen. Immer wieder dachte ich, ich sei falsch, anders als die Anderen. Meine Andersartigkeit war nichts Gutes, sondern etwas Schlechtes. Etwas, das mir nicht erlaubt, glücklich und zufrieden zu sein.

Durch Austausch mit vielen anderen Menschen, hauptsächlich Frauen, die ebenfalls mit dem Impostor-Phänomen kämpfen, habe ich das für mich zumindest einmal eingeordnet bekommen. Und das war ein enormer Fortschritt, denn ich habe letztendlich den Mut gehabt, mich selbständig zu machen und das ist ja auch schon einmal etwas.

Gerade jetzt im trüben Winter kommt er aber wieder verstärkt zu Tage, mein ungeliebter Impostor. Ich denke viel zu oft viel zu fiese Dinge über mich. Aber immerhin bin ich damit ja nicht allein. Als ich das mit dem Impostor das erste Mal gehört habe und auch feststellen durfte, dass das so gut wie jeder Mensch in meinem Umfeld hat, war es mir gleich etwas leichter ums Herz. Menschen, die ich wahnsinnig bewundert habe, haben sich als Menschen entpuppt, die gar nicht fassen konnten, dass sie bewundert werden, weil sie sich selbst als völlig unbewundernswert sehen.

Lass uns mit den verdammten Selbstzweifeln aufhören!

Lasst uns mal ganz realistisch drauf gucken, welche unserer destruktiven Gedanken wirklich wahr sind.

Lasst uns einsehen, dass wir unser Bestes geben und dass das gut genug ist.

Lasst uns einsehen, dass wir nicht für alles ein Zertifikat brauchen, um zu beweisen, dass wir was drauf haben. Wir haben einfach mal echte Erfahrungen gesammelt und sind definitiv kompetent genug.

Lasst uns hören und verinnerlichen, dass wir viel häufiger Komplimente bekommen als dass uns jemand kritisiert. (Mich kritisiert hauptsächlich eine Person und das bin ich selbst.)

Lasst uns bewusst spüren, wenn wir uns selbst wieder einmal herunterziehen und an die ganzen positiven Dinge denken, die um uns herum sind. Stell dir die Frage, ob du so mit einer Freundin reden würdest, wie du mit dir selbst sprichst.

Vielleicht schreiben wir ab sofort ein Tagebuch.
Vielleicht schreiben wir positives Feedback auf einen großen Zettel, den wir uns an den Spiegel heften.
Vielleicht sammeln wir Glücksmomente in einem hübschen Glas.

In jedem Fall müssen wir erkennen, dass unsere Selbstzweifel häufig völlig absurd und übertrieben sind und uns definitiv nicht guttun.

Lasst uns nicht in den nächsten Burnout geraten, weil wir uns so anstrengen, perfekt zu sein. Perfektion braucht niemand. Menschlichkeit ist viel besser und wärmer und sympathischer.

In diesem Sinne schau ich jetzt einmal tief in mich hinein und sage zu mir selbst: 

Ich kann das und ich schaffe das!

Was hilft dir bei trüben Gedanken? Ich freue mich über deine Tipps in den Kommentaren. 

Quelle:
[1] https://www.emotion.de/psychologie-partnerschaft/persoenlichkeit/impostor-syndrom

Unbedingt gucken:
Carolin Kebekus Show: Was ist das Impostor-Syndrom?

Sandra - 22:15 @ Persönliche Impulse | Kommentar hinzufügen

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